Additiv-Facharztausbildung

Ausbildungsinhalte Additivfach Geriatrie

A. Kenntnisse

  1. Ätiologie, Pathogenese, Pathophysiologie und Symptomatologie von Erkrankungen, Syndromen und Behinderungen im höheren Lebensalter
  2. Gesundheitsförderung und präventive Maßnahmen (primär, sekundär und tertiär) für ältere Menschen (z.B. Impfungen, aktives Altern, Lebensstilmodifikation)
  3. Diagnostik und Therapiemaßnahmen bei Erkrankungen im höheren Lebensalter, Interpretation von bildgebenden, laborchemischen und mikrobiologischen Befunden unter besonderer Berücksichtigung geriatrischer Patientinnen
  4. Möglichkeiten zum Erhalt des selbstbestimmten Lebens
  5. Rehabilitative Maßnahmen und Mobilisation einschließlich Prothetik
  6. Geriatrische Langzeitbehandlung und Kompetenz
  7. Ernährung und Diätetik
  8. Sexualität und Sexualstörungen im höheren Lebensalter
  9. Sucht und Abhängigkeitserkrankungen im höheren Lebensalter
  10. Medizinische, psychosoziale und forensische Aspekte von Gewalt an Menschen im höheren Lebensalter
  11. Soziogerontologie (Demographie, Veränderung der Familienstruktur, etc.)
  12. Kommunikationstechniken; Umgang mit Demenzkranken (Validation)
  13. Patientencoaching und Krankheitsbewältigung
  14. Gerontotechnik, Gerontotechnologie
  15. Altersgerechte Wohnraumgestaltung, ambient assisted living
  16. Verhinderung der Polypragmasie bei geriatrischen Patientinnen
  17. Besonderheiten der Behandlung und Betreuung bei Menschen im höheren Lebensalter mit besonderen Bedürfnissen, Genderaspekte des Alterns
  18. . Physio– und ergotherapeutische, logopädische, ernährungstherapeutische psychologische und pflegerische Therapiekonzepte im biologisch fortgeschrittenen Alter
  19. Rechtliche Grundzüge der Abgrenzung von Krankenbehandlung, Sozialhilfe und Pflege für die Umsetzung des Nahtstellenmanagements sowie Aspekte der Sachwalterschaft

B. Erfahrungen

  1. Psychosoziale Krisensituationen im interdisziplinären Team (psychogene Reaktionen,
    Anpassungsstörungen und deren psychosoziale Zusammenhänge)
  2. Indikation zu invasiven und nicht invasiven diagnostischen Maßnahmen bei geriatrischen Patientinnen
  3. Interdisziplinäre, prä- und postoperative Betreuung geriatrischer Patientinnen
  4. Geriatrische Rehabilitation: Methoden der Rehabilitation im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich
  5. Führung und Moderation im Rahmen von Teamsitzungen des multiprofessionellen, interdisziplinären geriatrischen Teams im ambulanten und stationären Bereich
  6. Durchführung und Dokumentation des Schnittstellen– bzw. Nahtstellenmanagements zwischen allen beteiligten Institutionen und Strukturen
  7. Ethische Fragestellungen in der Geriatrie, insbesondere Fragen der Lebensverlängerung und der PatientInnenrechte
  8. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen bei geriatrischen Patientinnen
  9. Kommunikation mit den Angehörigen, in deren Funktion als Vorsorgebevollmächtigte oder gesetzliche VertreterInnen (Angehörigenarbeit)

C. Fertigkeiten

  1. Durchführung und Beurteilung des multidimensionalen, geriatrischen Assessments
  2. Diagnostik und Therapie von geriatrischen Syndromen, Erkrankungen und Behinderungen bei multimorbiden PatientInnen im höheren Lebensalter
  3. Pharmakotherapie im Alter: Pharmakologische Besonderheiten und Dosierungen von Arzneimitteln, sowie Arzneimittelinteraktionen bei Mehrfachverordnungen bei älteren und hochbetagten und/oder multimorbiden Patientinnen. Besondere Kompetenz in Pharmakokinetik und Pharmakodynamik unter Berücksichtigung von Polypragmasie und drug disease interactions. Erfassung des Arzneimittelhandlings und der Adherence
  4. Information und Kommunikation mit PatientInnen über Vorbereitung, Indikation, Durchführung und Risiken von Untersuchungen und Behandlungen unter Berücksichtigung der möglicherweise eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten
  5. Notfallbehandlung in der Geriatrie
  6. Palliativ medizinische Behandlungs– und Betreuungskonzepte (Symptomenkontrolle und Sterbebegleitung)
  7. Ernährungs- und Flüssigkeitstherapie bei geriatrischen Patientinnen
  8. Fachspezifischer Umgang mit Verhaltens- und Angststörungen, dementiellen Syndromen und depressiven Erkrankungen
  9. Fachspezifischer Umgang mit akuter Verwirrtheit (Delir)
  10. Fachspezifische Schmerztherapie bei geriatrischen Patientinnen
  11. Fachspezifischer Umgang mit häufigen Formen der Harn– und Stuhlinkontinenz
  12. Fachspezifische Prävention und Therapie von Sarkopenie, Frailty, Malnutrition und Sturzkrankheit
  13. Wundmanagement
  14. Fachspezifischer Umgang mit Spätschäden häufiger Erkrankungen

D. Inhalt und Umfang der für die ergänzende spezielle Ausbildung auf dem Teilgebiet Rheumatologie erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, sofern nicht ausdrücklich nur Kenntnisse vorgesehen sind, in der Dauer von 27 Monaten auf dem Gebiet der Rheumatologie und von jeweils drei Monaten auf den Gebieten der Inneren Medizin, der Orthopädie und Orthopädischen Chirurgie und der Medizinischen Radiologie-Diagnostik:

  1. klinische Untersuchung von Patienten des rheumatischen Formenkreises;
  2. Kenntnisse der Anamnese und der physikalischen Untersuchung bei rheumatischen Erkrankungen;
  3. Interpretation der einschlägigen Laborbefunde;
  4. Interpretation der sonographischen, radiologischen und isotopenmedizinischen Befunde;
  5. Kenntnisse der Pathogenese, Pathologie, Klinik, Atiologie und Epidemiologie der Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sowie der System- und Organmitbeteiligung;
  6. Kenntnisse der Erkrankungen der Knorpel und der Knochen;
  7. Gelenkspunktion und Auswertung des Synovialpunktates;
  8. Kenntnisse der Methodologie rheumaserologischer Untersuchungen;
  9. Kenntnisse der Genetik und Immunologie, insbesondere im Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen;
  10. Kenntnisse der Wertigkeit neurophysiologischer Befunde;
  11. medikamentöse Therapie einschließlich ihrer Nebenwirkungen, Langzeitbehandlung rheumatischer Affektionen und deren besondere Problematik sowie topische Injektionen;
  12. Kenntnisse der Indikationen und Gegenindikationen für alle physiotherapeutischen Methoden im Hinblick auf den rheumatischen Formenkreis;
  13. Kenntnisse der Wirkungsmechanismen und Nebenwirkungen physikalisch-therapeutischer Maßnahmen;
  14. Kenntnisse der Rehabilitationsmaßnahmen und der Ergotherapie bei rheumatischen Erkrankungen;
  15. Kenntnisse der Psychosomatik bei rheumatischen Erkrankungen;
  16. Kenntnisse orthopädisch-konservativer und -operativer Maßnahmen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, insbesondere Kenntnisse der Indikationsstellung und der Nachbehandlung sowie der technischen Grundprinzipien der operativen Behandlung rheumatischer Erkrankungen.

E. Inhalt und Umfang der für die ergänzende spezielle Ausbildung auf dem Teilgebiet Physikalische Sportheilkunde erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, sofern nicht ausdrücklich nur Kenntnisse vorgesehen sind, in der Mindestdauer von drei Jahren, wobei eine Ausbildung in der Dauer von sechs Monaten Medizinische Leistungsphysiologie, drei Monaten Sportorthopädie oder Sporttraumatologie und drei Monaten Internistische Sportheilkunde anrechenbar sind:

  1. klinisch-manuelle und apparative Diagnostik unter  Berücksichtigung sportlicher Bewegungsabläufe und  Belastungen, insbesondere Mechano-, Elektro- und  Thermodiagnostik;
  2. klinisch-manuelle und apparative Therapie unter  Berücksichtigung sportlicher Bewegungsabläufe und  Belastungen, insbesondere Physiotherapie und Ergotherapie;
  3. Planungs- und Organisationsberatung zur Gestaltung von  Sportstätten und Rehabilitations- bzw.  Rekreationseinrichtungen;
  4. Prävention und Trainingsbetreuung;
  5. Wettkampfbetreuung;
  6. Kenntnisse der geltenden Dopingbestimmungen;
  7. Regeneration;
  8. Erstellung und Durchführung von sportartspezifischen  Rehabilitationskonzepten;
  9. Trainingstherapie;
  10. Kinesiologie;
  11. Konstitutionslehre und Typologie;
  12. Gestaltung von Hilfsmitteln im Rahmen der Prävention und  Rehabilitation